Was tun bei Gewitter oder starkem Wind auf dem Boot?
Aktualisiert am: 21/10/2026Kurz gesagt: Gewitter und Starkwind lassen sich dank des Seewetterberichts fast immer vorhersehen. Ist schlechtes Wetter angesagt, gilt eine einfache Regel: im Hafen bleiben oder einen geschützten Liegeplatz anlaufen, bevor es eintrifft. Auf See reffen Sie die Segel, sichern Crew und Boot und lassen das UKW-Funkgerät auf Kanal 16 eingeschaltet. Segeln Sie mit Skipper oder Crew, entscheidet der Skipper bzw. Kapitän: Sie folgen nur seinen Anweisungen.
Vorbereitung vor jedem Auslaufen
- Prüfen Sie jeden Morgen den Seewetterbericht und nicht nur die Wettervorhersage an Land: Windstärke und Windrichtung, Böen, Seegang, Gewitterrisiko.
- Vergleichen Sie mehrere Quellen: offizielle Wetterberichte (Météo-France für französische Gewässer, der nationale Wetterdienst des jeweiligen Landes), Wetterberichte über UKW-Funk, Windvorhersage-Apps.
- Achten Sie auf Starkwind- und Sturmwarnungen: Sie werden herausgegeben, sobald für Ihr Revier Starkwind (Windstärke 6 bis 7) oder Sturm (ab Windstärke 8) angekündigt ist, und über UKW-Funk verbreitet.
- Passen Sie das Programm an: Eine kürzere Etappe, eine besser geschützte Ankerbucht oder ein Hafentag sind besser als ein ungemütlicher Törn.
- Suchen Sie geschützte Liegeplätze entlang Ihrer Route: Häfen und Ankerbuchten, die je nach angesagter Windrichtung Schutz bieten. Meiden Sie offene Reeden ohne natürlichen Schutz, sobald der Wind zunehmen oder drehen soll. Wenn Sie zum Beispiel ein Segelboot in Kroatien mieten, bieten die zahlreichen Inseln für jede Windrichtung Schutz, vorausgesetzt, Sie haben sie ausgemacht, bevor die Bora einsetzt.
- Hören Sie beim Briefing der Basis genau zu: Das Team vor Ort kennt die vorherrschenden Winde und die Tücken des Reviers.
Ab welcher Windstärke sollte man im Hafen bleiben?
Der Wind wird auf der Beaufort-Skala gemessen. Im Seewetterbericht spricht man ab Windstärke 8 von Sturm. Auf einem Chartertörn wird das Segeln schon deutlich früher ungemütlich.
| Beaufort-Stärke | Wind (Knoten) | Auf dem Törn |
| 3 bis 4 | 7 bis 16 | Ideal |
| 5 | 17 bis 21 | Sportlich, ein Reff einbinden |
| 6 | 22 bis 27 | Nur für erfahrene Crews |
| 7 | 28 bis 33 | Im Schutz bleiben |
| 8 und mehr | 34 und mehr | Nicht auslaufen |
Die meisten Charterverträge ohne Skipper untersagen das Auslaufen ab einer bestimmten Windstärke. Diese Grenze steht in Ihrem Vertrag und kann Ihnen von der Basis beim Briefing noch einmal genannt werden.
Was tun bei Starkwind auf See?
Die Crew sichern
- Alle tragen eine Rettungsweste, und wer an Deck muss, zusätzlich einen Lifebelt, eingepickt in ein Strecktau (ein Gurtband, das vom Bug bis zum Heck über das Deck gespannt ist).
- Die Mitsegler im Cockpit oder unter Deck versammeln, Kinder unter Deck.
- Bewegungen an Deck auf das Nötigste beschränken.
- Wasser trinken und eine Kleinigkeit essen: Müdigkeit und Seekrankheit stellen sich bei rauer See schnell ein.
Das Boot vorbereiten
- Früh die Segelfläche verkleinern: reffen (das Großsegel teilweise bergen) oder die Genua (das Vorsegel) einrollen, bevor der Wind auffrischt.
- Bullaugen, Decksluken und Niedergang schließen.
- Alles, was sich bewegen kann, unter Deck wie an Deck verstauen und sichern.
- Prüfen, ob der Motor startklar ist.
- Ihre Position bestimmen und den Kurs zum nächsten Schutzhafen festlegen.
Die Navigation anpassen
- Abstand zu Leeküsten halten (Küsten, auf die der Wind zuweht), da Sie sonst auf die Felsen gedrückt werden könnten.
- Statt der kürzesten Route einen Kurs wählen, der Boot und Crew schont (Kurs zum Wind = Winkel zwischen Fahrtrichtung und Wind).
- Bei stärkstem Wind nicht in einen Hafen oder eine enge Ankerbucht einlaufen, wenn das Manöver riskant erscheint.
- Das UKW-Funkgerät auf Kanal 16 eingeschaltet lassen und die Wetterberichte abhören.
- Vor Anker mehr Kette stecken, prüfen, ob der Anker hält, und den Ankerplatz vor dem Windmaximum verlassen, wenn der Wind auf die Küste dreht.
Was tun bei Gewitter und Blitzgefahr?
Ein Gewitter beim Segeln dauert selten lange, doch die vorausgehenden Böen kommen schnell: Bereiten Sie sich vor, sobald sich der Himmel zuzieht.
- Im Hafen oder vor Anker: unter Deck bleiben und warten, bis das Gewitter vorbeigezogen ist. Meist dauert das weniger als eine Stunde.
- Auf See: die Segelfläche verkleinern, bevor die Gewitterbö eintrifft: Unter einer Gewitterwolke kommen die Windstöße plötzlich und heftig, oft mit Starkregen.
- Mast, Wanten (Drahtseile, die den Mast halten), Seezaun (Drahtseile rund um das Deck) und alle mit dem Rigg verbundenen Metallteile nicht berühren.
- Vom Wasser fernhalten: kein Baden und keine Fahrt mit dem Beiboot während des Gewitters.
- Nicht benötigte elektronische Geräte vom Strom trennen und ein Handfunkgerät sowie ein Telefon geschützt aufbewahren.
- Nach dem Gewitter Instrumente, Kompass und Motor überprüfen.
Wer entscheidet bei Unwetter an Bord?
- Boot mit Skipper: Der Skipper entscheidet, Sie folgen seinen Anweisungen.
- Kabinenkreuzfahrt mit Crew: Der Kapitän entscheidet, Sie folgen den Anweisungen an Bord.
- Bootsmiete ohne Skipper: Sie entscheiden als Schiffsführer, unter Einhaltung des Vertrags und der Vorgaben der Basis.
- Hausboot mieten: Sie entscheiden und folgen den Anweisungen der Wasserstraßenbehörden.
Beim Hausbooturlaub erschwert der Wind vor allem die Manöver (Schleusen, Anlegen). Bei starkem Wind oder Gewitter bleibt man am einfachsten festgemacht, bis es sich beruhigt. Nach starken Regenfällen kann die Schifffahrt auf manchen Abschnitten wegen Hochwasser eingestellt werden: Die Basis informiert Sie in diesem Fall.
Welche Winde sollten Sie je nach Reiseziel kennen?
| Reiseziel | Phänomen | Zeitraum |
| Griechenland (Kykladen) | Meltemi, Nordwind, oft Stärke 6 bis 7 | Juli und August |
| Kroatien | Bora, plötzlicher und heftiger Nordostwind | Vor allem außerhalb des Sommers |
| Frankreich (Mittelmeer) | Mistral und Tramontane | Ganzjährig |
| Karibik (Antillen) | Hurrikansaison | Juni bis November |
| Französisch-Polynesien | Saison der tropischen Tiefdruckgebiete | November bis April |
| Mittelmeer | Gewitter | Spätsommer und Herbst |
Diese Phänomene sind saisonale Tendenzen, keine Vorhersagen: Ihre Häufigkeit und Stärke schwanken von Jahr zu Jahr, und nur der aktuelle Seewetterbericht zeigt, welcher Wind tatsächlich zu erwarten ist.
Wenn Sie im Hochsommer ein Segelboot in Griechenland mieten, sollten Sie den Meltemi in Ihre Routenplanung einbeziehen: Die Etappen in den Süden der Kykladen segeln sich vor dem Wind, die Rückwege nach Norden können dagegen ruppig werden.
Wirbelstürme werden mehrere Tage im Voraus verfolgt: Bedroht einer Ihr Revier, organisiert die Basis das Sichern der Boote und teilt Ihnen das weitere Vorgehen mit.
Welche Notrufnummern sollten Sie kennen?
| Mittel | Nummer | Zweck |
| UKW-Funk | Kanal 16 | Seenot und Sicherheit auf See |
| Telefon (Europa) | 112 | Notruf |
| Telefon (Frankreich) | 196 (CROSS) | Seenotrettung |
| Charterbasis | Kundenbereich, Kontaktdaten des Partners | Hilfe vor Ort |
| Filovent-Concierge-Service | +33 1 70 80 97 35 | Betreuung (Anruf oder WhatsApp) |
Über UKW-Funk meldet der Ruf Mayday eine Notlage mit ernster und unmittelbarer Gefahr (Person über Bord, Wassereinbruch, Feuer). Der Ruf Pan-Pan meldet eine dringende Lage ohne unmittelbare Gefahr für Personen, zum Beispiel einen Motorausfall in Küstennähe. In Frankreich gehen diese Rufe beim CROSS ein, das die Seenotrettung koordiniert.
Der Filovent-Concierge-Service begleitet Sie während Ihres Törns
Von Montag bis Freitag hilft Ihnen der Filovent-Concierge-Service, wenn das Wetter Ihre Pläne durcheinanderbringt: Er hält den Kontakt zur Basis oder zur Crew und hilft Ihnen, eine passende Lösung zu finden. Am Wochenende wenden Sie sich zuerst an die Basis oder die Crew.
- Erreichbarkeit: Montag bis Freitag, 9:30 bis 18:30 Uhr.
- Sprachen: Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch.
- Telefon und WhatsApp: +33 1 70 80 97 35.
- E-Mail: concierge@filovent.com, außerhalb der Erreichbarkeit info@filovent.com (wird täglich gelesen).
Wen kontaktieren Sie bei einem Problem vor Ort zuerst?
- Bootsmiete: den Basisleiter, dessen Kontaktdaten Sie in Ihrem Kundenbereich unter den Kontaktdaten des Partners finden.
- Kabinenkreuzfahrt: die Crew an Bord.
- Danach: den Filovent-Concierge-Service, der Sie bei den weiteren Schritten unterstützt.
Führt das Wetter zu einem Zwischenfall (Bootsschaden, Beschädigung, nicht vertragsgemäße Leistung), melden Sie ihn vor Ort der Basis oder der Crew: Diese Meldung ist unerlässlich, damit Filovent Ihren Fall weiterverfolgen kann.
Häufige Fragen
Werden wetterbedingte Hafentage erstattet?
In der Regel nicht: Das Wetter gehört zu den Unwägbarkeiten des Segelns, und das Boot bleibt Ihnen zur Verfügung. Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen decken schlechtes Wetter allein nur selten ab: Prüfen Sie die Ausschlüsse vor Vertragsabschluss. Ihr Filovent-Berater hilft Ihnen bei der Buchung, die passende Versicherung zu wählen.
Sollte man früher zur Basis zurückkehren, wenn sich das Wetter am Ende des Törns verschlechtert?
Ja, das ist empfehlenswert. Ist für die letzten Tage Sturm angesagt, segeln Sie rechtzeitig in die Nähe der Basis, damit Sie die Rückgabezeit oder Ihren Rückflug nicht verpassen.
Darf der Skipper die geplante Route ändern?
Ja. Sicherheit geht vor Programm: Der Skipper oder Kapitän passt Route, Etappen und Zeiten an das Wetter an, notfalls bleibt man einen Tag im Hafen oder vor Anker.
Wie kann man Seekrankheit bei rauer See vorbeugen?
- Im Cockpit bleiben, in der Mitte des Bootes, den Blick auf den Horizont gerichtet.
- Nicht lesen und nicht lange unter Deck bleiben.
- Leicht essen, aber nicht mit leerem Magen losfahren.
- Vor dem Auslaufen nach Rücksprache mit der Apotheke ein vorbeugendes Mittel einnehmen.
Ist ein Törn mit Skipper bei schlechtem Wetter sicherer?
Der Skipper kennt das Revier, seine Schutzhäfen und die lokalen Winde. Ein Boot mit Skipper zu mieten ist daher die beste Lösung, wenn Sie Einsteiger sind oder in ein als windig bekanntes Revier reisen: Die Wetterentscheidungen liegen bei ihm.
