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ICC oder internationaler Bootsführerschein: Was braucht man, um im Ausland ein Boot zu mieten?

Aktualisiert am: 15/10/2026

Für Motorboote haben Sie es meist bereits. Der deutsche Sportbootführerschein See ist als ICC nach Resolution 40 anerkannt (ICC Motor). Für Segelyachten zählen vor allem der Sportküstenschifferschein (SKS) und Ihr Segellebenslauf. Einen internationalen Bootsführerschein gibt es nicht: Das ICC ist ein Befähigungsnachweis, den manche Vercharterer je nach Revier, Bootstyp und Bootsgröße verlangen können.

Was ist das ICC (Internationaler Befähigungsnachweis)?

Das ICC (International Certificate of Competence, auf Deutsch Internationaler Befähigungsnachweis) geht auf die Resolution Nr. 40 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) zurück. Es bescheinigt, dass ein Wassersportler über grundlegende Kenntnisse verfügt, um ein Sportboot in den Gewässern eines anderen Landes zu führen. Deutschland hat die Resolution 40 übernommen.

Es gibt mehrere Kategorien:

  • Bootstyp: Segel, Motor oder beides.
  • Fahrtgebiet: Küstengewässer, Binnengewässer (Flüsse, Kanäle, Seen) oder beides.
  • CEVNI-Vermerk: Zusatz für die Fahrt auf Kanälen und Flüssen in Europa.

Gut zu wissen: Das ICC ist kein zusätzlicher Führerschein. Es erweitert nicht die Befugnisse Ihres Sportbootführerscheins, sondern macht sie im Ausland nachweisbar.

Gibt es einen internationalen Bootsführerschein?

Nein. Anders als beim Autoführerschein gibt es keinen internationalen Bootsführerschein für die Sportschifffahrt auf See. Jedes Land wendet seine eigenen Regeln an:

  • Auf einem Boot unter deutscher Flagge gilt Ihr deutscher Führerschein, auch in ausländischen Gewässern.
  • Auf einem vor Ort gecharterten Boot unter ausländischer Flagge (zum Beispiel, wenn Sie ein Boot in Griechenland mieten) gelten die Regeln des jeweiligen Landes und die Anforderungen des Vercharterers.

Wann kann das ICC verlangt werden?

Die Anforderungen hängen vom Vercharterer und vom Basisleiter ab

In der Praxis entscheidet nicht das Gesetz, sondern der Vercharterer. Zwei Vercharterer im selben Revier können unterschiedliche Anforderungen haben, und der Basisleiter prüft Ihre Unterlagen beim Check-in. Lassen Sie Ihren Führerschein deshalb schon bei der Buchung von Ihrem Filovent-Berater prüfen.

Die Bootsgröße spielt eine Rolle

Bei der Bareboat-Charter (Charter ohne Skipper) gilt: Je größer das Boot, desto anspruchsvoller kann der Vercharterer bei Ihren Qualifikationen sein. Bei einer großen Yacht kann er zusätzliche Nachweise verlangen, etwa den SKS oder einen ausführlichen Segellebenslauf.

Segelyacht chartern: Denken Sie an Ihren Segellebenslauf

Der Sportbootführerschein See ist die Grundvoraussetzung für die meisten Charterreviere im Mittelmeer. Wer eine Segelyacht oder einen Segelkatamaran chartert, wird darüber hinaus vor allem nach seiner Segelerfahrung beurteilt. Der Vercharterer erwartet einen präzisen Segellebenslauf auf Englisch.

Der Sonderfall Griechenland

Griechische Vercharterer achten besonders auf die Qualifikationen des Skippers, vor allem beim Segeln. Bei der Bareboat-Charter schreiben die griechischen Vorschriften zudem ein zweites erfahrenes Crewmitglied an Bord vor, den Co-Skipper, der in der Regel keinen Führerschein braucht. Das gilt für Einrumpfyachten wie für einen Katamarantörn in Griechenland: Lassen Sie Ihre Unterlagen schon bei der Buchung von Ihrem Filovent-Berater prüfen.

SituationSeparates ICC erforderlich?
Motorboot mit Sportbootführerschein SeeNein, der SBF See gilt als ICC Motor
Segelyacht oder SegelkatamaranSelten, Segellebenslauf entscheidend
Große YachtSelten, oft SKS empfohlen
Kanäle und Flüsse in EuropaJe nach Revier: oft reicht ein Charterschein, sonst ICC mit CEVNI-Vermerk
Charter mit SkipperNein

Wie erhält man ein ICC in Deutschland?

Inhaber eines Sportbootführerscheins See besitzen bereits ein ICC für Motorboote. Wer einen älteren Schein besitzt oder einen gesonderten Nachweis vorlegen möchte, kann das ICC beim Deutschen Motoryachtverband (DMYV) oder beim Deutschen Segler-Verband (DSV) beantragen.

  • Ablauf: Antrag beim DMYV oder DSV, unter Vorlage Ihres Sportbootführerscheins oder SKS.
  • Dauer: einige Wochen, rechtzeitig vor der Abreise beantragen.
  • Kosten: je nach Verband unterschiedlich.
  • Gültigkeit: an Ihren Führerschein gebunden.

Unser Tipp: Fragen Sie Ihren Filovent-Berater, bevor Sie etwas beantragen, ob für Ihre Charter ein zusätzlicher Nachweis wirklich verlangt wird. In den meisten Fällen reichen Ihr Sportbootführerschein See und ein guter Segellebenslauf aus.

ICC, SBF See, SKS, SRC: Was ist der Unterschied?

DokumentWofür es dientAusgestellt von
Sportbootführerschein See (SBF See)Pflichtschein für Motorboote ab 15 PS (11,03 kW) auf Seeschifffahrtsstraßen, Grundlage für die meisten Charterreviere im MittelmeerDMYV / DSV (im Auftrag des Bundes)
Sportbootführerschein BinnenBoote auf BinnengewässernDMYV / DSV (im Auftrag des Bundes)
Sportküstenschifferschein (SKS)Küstennahe Fahrt unter Segel und Motor, oft empfohlen für große Yachten und KatamaraneDMYV / DSV
ICCBefähigung im Ausland nachweisenDMYV / DSV
SRC (UKW-Sprechfunkzeugnis für den Seefunk)UKW-Seefunk nutzenPrüfungsausschüsse (DMYV / DSV)
SegellebenslaufErfahrung nachweisen, vor allem beim SegelnSie selbst

Welche weiteren Unterlagen brauchen Sie für eine Charter im Ausland?

  • Ihr Originalführerschein: In den meisten Mittelmeerrevieren wird er ohne Übersetzung akzeptiert. In manchen Ländern, etwa in Griechenland, kann es nötig sein, den Bootsführerschein übersetzen zu lassen.
  • Das SRC (UKW-Sprechfunkzeugnis): Es ist für die Nutzung eines UKW-Seefunkgeräts erforderlich. In Kroatien muss mindestens ein Crewmitglied ein Funkzeugnis wie das SRC besitzen.
  • Ein Segellebenslauf auf Englisch: Törns, Bootstypen, Reviere, Rolle an Bord.
  • Ein gültiger Ausweis für jedes Crewmitglied.

Lassen Sie Ihren Führerschein von Ihrem Filovent-Berater prüfen

Die Anforderungen ändern sich von Vercharterer zu Vercharterer und von Boot zu Boot. Schicken Sie Ihren Führerschein und Ihren Segellebenslauf schon bei der Buchung an Ihren Filovent-Berater. Er klärt direkt mit dem Vercharterer, was für Ihr Boot und Ihr Revier verlangt wird. Falls Ihr Profil nicht passt, schlägt er Ihnen eine Alternative vor, zum Beispiel einen Katamaran mit Skipper zu mieten.

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